# search das komplette serverjonas search - `crawler.py` – PostgreSQL-Crawler, baut den Suchindex auf - `launcher.py` – startet/überwacht den Crawler und rollt Updates aus (siehe unten) - `search/` – Suchmaschine darüber (CLI + HTTP-API + Weboberfläche, Port 8083), siehe [search/README.md](search/README.md) - `web/` – Statistik-Webseite (Port 8081, `jonassearch-stats.service`) - `priorityweb/` – Vorschlagsverfeinerer (Port 8082, `jonassearch-priority.service`) - `search/jonassearch-engine.service` – systemd-Unit für die Suchmaschine (Port 8083, `jonassearch-engine.service`) - `fix_pages_search_vector_trigger.sql` – einmalig laufen lassen: kappelt den Text, der im DB-Trigger `pages_search_vector_update()` in `to_tsvector()` einfließt (Postgres hartes Limit: 1.048.575 Bytes pro `tsvector`) - `add_pages_pictures.sql` – einmalig laufen lassen: legt `pages.pictures` (`text[]`) für die Bild-URLs der gecrawlten Seiten an (idempotent) ## Sehr große Seiten / tsvector-Limit PostgreSQL begrenzt einen einzelnen `tsvector`-Wert hart auf 1.048.575 Bytes (nicht konfigurierbar). Der Trigger `pages_search_vector_update()` baut diesen aus der `content`-Spalte – Seiten mit sehr viel Text (beobachtet: ~2 MB, z. B. `pkg.go.dev/...?tab=importedby`) haben den Insert dadurch mit `ProgramLimitExceeded` abgebrochen und alle Worker crashen lassen. Dagegen wirken drei Maßnahmen zusammen: 1. **DB-Trigger (empfohlen, einmalig einspielen):** `fix_pages_search_vector_trigger.sql` ersetzt die Trigger-Funktion so, dass nur die ersten 200.000 Zeichen in `to_tsvector()` einfließen. Der volle Text bleibt in `content` gespeichert, nur der Suchindex ist gekürzt. Vor dem Einspielen die eigene Funktions-Version prüfen: `SELECT prosrc FROM pg_proc WHERE proname = 'pages_search_vector_update';` 2. **Im Crawler:** `save_page()` kappelt den Inhalt vor dem Insert zusätzlich auf `CONTENT_INDEX_MAX_CHARS` (200.000 Zeichen) – wirkt sofort, auch ohne Trigger-Fix. Überlange Seiten werden dann normal gespeichert. 3. **Fehlerbehandlung:** Sollte der Insert trotzdem an einem Datenbank-Limit scheitern, fängt der Worker `ProgramLimitExceeded` ab, loggt die URL als Warnung, rollt die Transaktion zurück, markiert den Queue-Eintrag als `failed` (kein endloses Wiederholen) und läuft weiter, statt zu sterben. Zusätzlich werden bekannt wertlose URLs (`pkg.go.dev/...?tab=importedby` – Megabyte-große reine Rückverweis-Listen) über `SKIP_URL_PATTERNS` schon vor dem Fetch übersprungen und als `done` markiert. ## Domain-Switching / Block-Handling Der Crawler wartet nie auf einer langsamen oder blockierten Domain: 1. **Claim mit Host-Check:** Beim Holen des nächsten Queue-Eintrags prüft der Worker, ob der Host gerade crawlbar ist (Per-Host-Delay aus robots.txt bzw. `JONASSEARCH_DELAY`, aktive Backoff-Sperre). Nicht crawlbare Hosts werden übersprungen – der Worker arbeitet automatisch auf einer anderen Domain weiter und kehrt zurück, sobald der Host wieder darf. Ist gerade gar kein Host crawlbar, schläft der Worker bis zum frühesten freigegebenen Host (gekappet bei `JONASSEARCH_MAX_IDLE_SLEEP`, dann wird neu gescannt). **Wichtig bei großen Queues:** Die bekannten blockierten Hosts werden direkt in der Claim-Query ausgeschlossen (nicht nur innerhalb des kleinen Kandidatenfensters von `JONASSEARCH_CLAIM_SCAN_LIMIT`). Blockierte Zeilen bleiben sonst als `pending` oben in der Prioritätsreihenfolge stehen: Ein Host mit Tausenden wartenden URLs würde dann bei jedem Rescan dasselbe Fenster füllen und alle anderen Hosts der Queue unsichtbar machen. Höchstens `JONASSEARCH_CLAIM_BUSY_HOST_LIMIT` Hosts (die mit der längsten Restwartezeit) gehen in die Query; weitere werden weiterhin pro Kandidat übersprungen. 2. **Backoff bei Blocks:** HTTP 429/5xx/403/401 und Netzwerkfehler setzen den Host auf exponentielles Backoff (z. B. 429: 60 s, sich verdoppelnd bis 30 min; 403/401: 10 min bis 2 h). Ein `Retry-After`-Header wird zusätzlich beachtet. Bei einem erfolgreichen Fetch zählt der Zähler wieder von vorn. 3. **Retry statt Verlust:** Transiente Fehler (429/5xx/Netzwerk) werden wieder in die Queue gestellt (`pending`) statt endgültig `failed` – begrenzt durch `JONASSEARCH_MAX_ATTEMPTS` (Standard 5), damit dauerhaft kaputte Hosts nicht ewig rotieren. Wartezeiten größer als `JONASSEARCH_MAX_INLINE_WAIT` (z. B. großer robots-crawl-delay) werden nicht inline geschlafen: das Item wird ohne Versuchs-Zählung zurückgestellt und solange eine andere Domain gecrawlt. ## Bildersuche (`pages.pictures`) Der Crawler speichert zu jeder Seite die gefundenen Bild-URLs in `pages.pictures`: absolute http(s)-URLs, pro Seite dedupliziert, ohne URL-Fragmente. Erfasst werden ``, gängige Lazy-Loading-Attribute (`data-src`, `data-lazy-src`, `data-original`), `srcset` (auch in ``), `og:image`/`twitter:image` sowie ``. Relative Pfade werden gegen die Seiten-URL aufgelöst; `data:`, `javascript:`, `ftp:` und nicht-öffentliche Hosts werden verworfen. Die Bilder selbst werden **nicht** heruntergeladen oder lokal gespeichert. Einmalige Migration der Datenbank: ```bash psql -h 127.0.0.1 -p 25432 -U jonassearch -d jonassearch \ -f add_pages_pictures.sql ``` Die Migration ist idempotent (`ADD COLUMN IF NOT EXISTS`) und lässt bestehende Zeilen unverändert. Bereits gecrawlte Seiten erhalten ihre Bilder beim nächsten Crawl; bis dahin behandeln die Abfragen `NULL` und `'{}'` identisch als „keine Bilder“. Die Websuche ist davon unberührt. Die Suchmaschine bietet dafür den Tab **Bilder** (`GET /api/images`). Pro Quellseite werden höchstens `JONASSEARCH_IMAGES_PER_SOURCE_PAGE` Bilder angezeigt; die Kacheln laden die Bilder direkt von der Original-URL (Lazy Loading, defekte Bilder werden ausgeblendet). Details stehen in [search/README.md](search/README.md). ## Nicht crawlbare Ziele (localhost, IPs, nicht-echte Domains) Der Crawler folgt nur echten, öffentlich auflösbaren Domains. Bereits in `normalize_url()` werden abgelehnt und nie in die Queue gestellt: - `localhost`, `*.localhost`, `localhost.localdomain`, `*.local`, `*.internal` - reine IP-Adressen als Host (IPv4 und IPv6, z. B. `127.0.0.1`, `http://[::1]/`) - Hostnamen ohne Punkt (Einzel-Labels wie `http://myserver/` – LAN-Namen) Alte Queue-Einträge mit solchen Hosts werden beim Zugriff als `done` markiert und nicht mehr geholt. Zeigt der Start-URL auf so einen Host, beendet sich der Crawler mit einem klaren Fehler (Exit 1) statt endlos zu rotieren. ## Rolling Updates (Generation-Mechanismus) Zentrale Tabelle (eine Zeile, `id = 1`): ```sql CREATE TABLE IF NOT EXISTS deployment_state ( id INTEGER PRIMARY KEY, generation BIGINT NOT NULL, required_version INTEGER NOT NULL ); ``` **Ablauf:** 1. Einmalig initialisieren: `python3 crawler.py --init-deployment` 2. Launcher starten: `python3 launcher.py` (startet + überwacht den Crawler) 3. Neue Version verteilen: - Neue `crawler.py` mit erhöhter `JONASSEARCH_CRAWLER_VERSION` bereitstellen (Update-Quelle im `.env` setzen oder Datei nach `releases//crawler.py` legen) - `python3 launcher.py --check-update` → neue Version wird gestaget → geprüft (`--self-update`) → aktiviert → **erst dann** wird die Generation in PostgreSQL erhöht (`--update-deployment`) 4. Alle laufenden alten Crawler merken das beim nächsten sicheren Punkt (vor jedem relevanten Commit bzw. spätestens nach `JONASSEARCH_UPDATE_CHECK_SECONDS` im Hintergrund-Check), rollen ihre offene Transaktion sauber zurück und beenden sich mit **Exit-Code 42** – nie mitten in einer Transaktion, kein hartes Killen. 5. Der jeweilige Launcher erkennt 42 und startet die bereits bereitgestellte neue Version, die die neue Generation beim Start liest. Exit-Codes des Crawlers: `0` = normal beendet, `1` = Fehler/Crash, `42` = ausschließlich „Update erforderlich". Nützliche Befehle: ```bash python3 crawler.py --version # installierte Version python3 launcher.py --status # Generation + Versionen anzeigen python3 crawler.py --self-update 2 # gestagte Release prüfen (ohne zu aktivieren) python3 crawler.py --update-deployment 2 # Generation+1 und required_version=2 setzen ```